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Stand: 12.03.2015

Pressemitteilung

Tagespflege feiert Volljährigkeit

Tagespflege St. Josefspflege

"Ich wollte ja zuerst nicht herkommen. Mein Mann war gerade verstorben, und ich war voller Trauer. Aber meine Töchter wohnen weit weg, und immer alleine zu Hause, das ist ja auch nichts". Seit etwa einem halben Jahr kommt die 85jährige Dame zweimal in der Woche in die Tagespflege im Caritas-Altenzentrum St. Josefspflege. Seit sie sich dazu durchgerungen hat, fühlt sie sich mit dieser Lösung sehr wohl: Sie wird morgens zu Hause abgeholt, setzt sich in der St. Josefspflege an den gedeckten Frühstückstisch, hat Abwechslung und anregende Angebote, bekommt ein Mittagessen, einen Snack zwischendurch und jedoch - bei Bedarf - auch die Ruhe, die sie braucht.

In diesem Jahr wird die Tagespflege 18 Jahre alt - die "Volljährigkeit" feiert die Einrichtung mit einem kleinen Festakt am Donnerstag, 12. Juli.2018, um 10 Uhr. Thomas Kraska, Einrichtungsleiter der St. Josefspflege, ist überzeugt: "Tagespflege ist toll für Menschen, die von ihren Angehörigen betreut oder gepflegt werden, die auch mal Zeit oder auch einen Tag in der Woche für sich selbst brauchen; oder für Menschen, die niemanden haben, alleine sind, unbetreut, einsam oder gelangweilt."

Kompetentes Personal - drei ausgebildete Pflegerinnen sowie eine Betreuungskraft - betreuen die Gäste der Tagespflege herzlich und mit viel Engagement. Dafür stehen auch eigene Räume zur Verfügung, ein großer Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile, sowie ein Therapie- und Gymnastikraum. Die Tagesbesucher nutzen auch den Außenbereich, in dem unter anderem ein Hochbett entstanden ist, in dem sie ihre eigenen Kräuter pflanzen und ziehen.

Die Nachfrage nach den insgesamt zwölf Plätzen ist in den vergangenen Jahren sukzessive zurückgegangen, bedauert Kraska. Das kann zum einen an der größeren Konkurrenz liegen, sicher aber auch daran, dass die meisten Menschen so lange wie möglich zu Hause bleiben und erst in ein Pflegeheim gehen, wenn es gar nicht mehr geht. Für die Tagespflege, so meint er, sollten die Besucher noch einigermaßen mobil sein, nicht zu stark pflegebedürftig oder demenziell eingeschränkt, damit sie von dem Programmangebot auch profitieren können. "Außerdem kann der Besuch der Tagesstätte dank dem Pflegestärkungsgesetz mit der Krankenkasse abgerechnet werden", erklärt er.

Den Gästen, die kommen, tut das Angebot gut, sagt eine andere Besucherin: "Ich war mal in der Kurzzeitpflege und habe gesehen, dass hier nette Leute sind", lacht sie. "Es geht darum, aus der Einsamkeit rauszukommen, man kann ja nicht von morgens bis abends allein in der Wohnung sitzen." An der Tagespflege gefällt ihr auch, dass sie selbstbestimmt ist: "Die Angebote sind schön, aber auch freiwillig."

Besonders gerne mag sie es, wenn Pia Warnecke, eine der Pflegerinnen, vorliest: "Schwester Pia liest richtig gut. Da ist immer auch Situationskomik drin." Gebastelt wird auch viel - und das behagt einem Mann gar nicht: "Ich bastele nicht gerne", sagt er bestimmt. Also tut er es nicht, "und das ist in Ordnung", betont Pia Warnecke. Gymnastik und Zeitung lesen und darüber sprechen, das ist ihm lieber, und ganz wichtig ist für ihn: "Ich fühle mich hier umsorgt." Das ist auch seiner Tochter, bei der er lebt, eine Erleichterung, denn sie ist berufstätig. Er nutzt nicht den Fahrdienst, sondern seine Tochter bringt und holt ihn ab.

So auch an diesem Tag. Mit einem kurzen Plausch über den Tag verabschiedet sie sich mit ihrem Vater von Pia Warnecke. Der alte Herr hat gut gegessen und sich gut unterhalten, und nun liegt ein entspannter gemeinsamer Abend vor den beiden.