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Stand: 12.03.2015

Pressemitteilung

Junger Mann aus Armenien mit großem Ziel: Altenpflege lernen

„Wenn ich ein Ziel habe, dann will ich es auch erreichen.“ Das sagt Hamlet Ha-rutyunyan, Auszubildender zum Altenpfleger im zweiten Ausbildungsjahr im Caritas-Altenzentrum St. Josefspflege in Ludwigshafen. Und sein Ziel ist klar definiert: Weiterhin erfolgreich in der Ausbildung sein, ab Frühjahr 2019 parallel dazu studieren, und im Anschluss den eigenen ambulanten Pflegedienst eröffnen.

Wenn es nach Thomas Kraska, Einrichtungsleiter der St. Josefspflege, und die Praxisanleiterin Regina Beck geht, steht dem Erreichen dieses Ziels nichts im Weg: „Er ist super motiviert, engagiert und hat nur super Noten in der Schule“, sagt Kraska, und Beck lobt: „Er ist neugierig, interessiert und fragt viel mehr nach als Andere es tun.“

Junger Mann aus Armenien mit großem Ziel: Altenpflege lernenAltenpflege-Azubi Hamlet Harutyunyan hat ehrgeizige Ziele, die seine Praxisanleiterin Regina Beck für absolut realistisch hält.

Das Problem des 33-jährigen Hamlet Harutyunyan liegt woanders: Im Oktober 2015 ist er gemeinsam mit seiner Schwester und seiner Mutter aus Armenien geflohen. Seit Jugend an war er ehrenamtlich engagiert. Bei einer Demonstration für mehr Freiheit und Demokratie ist er aufgefallen, unverhohlene Drohungen waren die Folge. „Inzwischen haben wir in Armenien eine Demokratie, und ich bin nicht mehr als Flüchtling anerkannt“, sagt Harutyunyan. Die Schwester wurde bereits ausgewiesen, die Mutter wird folgen. Er ist geduldet, so lange er in der Ausbildung ist. Doch er möchte dauerhaft bleiben. „Ich fühle mich wohl hier und bin gut integriert“, betont der junge Mann, der in seiner Heimat Finanzmanagement studiert hat. In der Altenpflege hat er aber seine Berufung gefunden. Schon in seinem ersten Praktikum im Rahmen seines Deutschkurses habe er gespürt: „Wenn ich jemandem helfe und er sich bedankt, das rührt etwas in mir an.“ Gerade bei älteren Menschen sei das so, führt er aus: „Dieses Lächeln unserer Bewohner, selbst wenn sie nicht sprechen können, macht diesen Beruf so schön.“
In der Schule habe er zudem etwas über den demografischen Wandel in Deutschland gehört und vom Mangel an ausgebildeten Pflegekräften erfahren. Deshalb weiß er: „Mit diesem Beruf habe ich eine Zukunft.“ Und: „Mit Fleiß und Engagement, was in Deutschland geschätzt wird, möchte ich hier dauerhaft Fuß fassen.“

Vorerst aber konzentriert er sich auf die Ausbildung und freut sich, dass er immer mehr tun darf. Inzwischen gehört zu seinen Aufgaben nicht mehr nur Grundpflege, sondern auch Behandlungspflege wie Kompressionsstrümpfe anlegen, Blutzucker messen und Insulin spritzen und Essen anreichen bei Schluckstörungen. „Und ich lerne immer mehr über Krankheiten und Themen wie Demenz.“ Das alles führt ihn näher zu seinem Ziel.

Von der Einrichtungsleitung fühlt er sich super unterstützt, über Regina Beck sagt er gar: „Ich könnte mir keine bessere Praxisanleiterin wünschen.“ Deshalb konzentriert er sich voll auf seine Arbeit und Ausbildung und hofft, dass sich auch für seine Bleibeperspektive noch etwas zum Positiven wendet.
„Zu Beginn, als die großen Flüchtlingsströme kamen, haben wir gesagt, dass wir gerne bei der Integration helfen und einen jungen Menschen ausbilden würden“, erinnert sich Thomas Kraska. „Bei Hamlet Harutyunyan hat von Anfang an alles geklappt, und wir würden ihn wirklich gerne behalten.“