URL: www.st-josefspflege-cbs-speyer.de/aktuelles/presse/beruehrt-und-beeindruckt-von-den-geschichten-der-senioren30b3c5f8-5e24-4470-95a3
Stand: 12.03.2015

Pressemitteilung

Berührt und beeindruckt von den Geschichten der Senioren

Eine Schülerin sticht zusammen mit einer Bewohnerin Plätzchen ausBrigitte Deiters / Caritasverband Speyer

"Was die erlebt haben, und was die alles noch wissen!" Die Schüler/Innen aus dem Heinrich-Böll-Gymnasium sind fasziniert: Seit diesem Schuljahr kommen sie einmal in der Woche ins Caritas-Altenzentrum St. Josefspflege und begegnen hier den Bewohnerinnen und Bewohnern. Das ist ihre Arbeitsgemeinschaft "Jung trifft Alt".

Es sind 13 Jugendliche aus den Klassen sieben bis neun. Lehrerin Isabell Kuntz begleitet sie jedes Mal ins Altenzentrum. Der Mittwochnachmittag ist an der Schule im Ganztagsbetrieb der Tag der Arbeitsgemeinschaften, erklärt sie.  "Das ist die sinnvollste unter den Arbeitsgemeinschafen", meint Miray. Die Schülerin  freut sich inzwischen auf die Besuche, möchte "etwas mit den Älteren tun, mit ihnen backen, basteln, schauen, wie man mit älteren Menschen umgeht", sagt sie. Abdullah, der einzige Junge in der Gruppe, ist vor allem von den  Lebenserfahrungen der Alten beeindruckt. "Es macht mir Spaß, mich mit ihnen zu unterhalten. Es wäre interessant, noch mehr über sie zu erfahren", erklärt er.

An einem Nachmittag waren sie beim Gedächtnistraining dabei. Da haben sie sich auch über die Sprache der Jungen und der Alten ausgetauscht. Während die Schülerinnen die Begriffe "Selfie" und "Chillen" einbrachten, erklärten die Senioren unter viel Gelächter Redewendungen wie "der Ochs vor dem Scheunentor" oder "einem Ochs ins Horn pfetzen" - in bestem Pfälzisch selbstverständlich.

An diesem Nachmittag backen die Alten und die Jungen Weihnachtsplätzchen. Am Vorabend hat Beate Jürgensen, zuständig für die Soziale Betreuung, neun Kilogramm Plätzchenteig vorbereitet. Jetzt werden die Jugendlichen in zwei Gruppen eingeteilt: Unten stechen sie gemeinsam mit den Bewohnerinnen Plätzchen aus,  oben, in einer Wohngruppe, werden diese gebacken und gemeinsam verziert.

Caroline hat wie Nazar neben einer alten Bewohnerin Platz genommen. Die zeigt Nazar sofort ganz selbstverständlich, wie sie am besten die Ausstechförmchen setzt, "damit es richtig effektiv ist." Die beiden stecken die Köpfe zusammen wie Freundinnen. "Die Bewohner und unser Schülerinnen gehen immer selbstverständlicher miteinander um", freut sich Lehrerin Kuntz. Von Woche zu Woche, hat sie festgestellt, kommen mehr Senioren, wenn die Schüler da sind: "Das hat sich wohl inzwischen herumgesprochen." Gleichzeitig nehmen die Berührungsängste bei den Jugendlichen ab.

"Wir haben am Anfang viele Informationen gegeben", sagt sie, über das Älterwerden, über Demenz: "Das hat sie sehr beeindruckt, aber auch berührt", fasst sie die Emotionen der Schülerinnen zusammen. Als Pädagogin ist es ihr wichtig, dass Bewohner von Altenhilfeeinrichtungen nicht am Rande leben, sondern mitten in der Gesellschaft.

Und die Bewohnerinnen sind auch zufrieden mit den Besuchen. "Ich bin es gewohnt, mit jungen Leuten umzugehen, habe selbst erwachsene Kinder und die Enkel großgezogen. Junge Menschen bringen Unterhaltung ins Haus", meint Doris Polonio. Herta Daum sagt: "Das erinnert mich daran, wie ich selbst war, als ich jung war." Und dann gibt sie Caroline mit auf den Weg, sie solle doch viel essen: "Du bist dünn wie eine Bohnenstange." Die lacht und sagt: "Das hab ich auch noch nie gehört!"

Text und Foto:Brigitte Deiters für den Caritasverband für die Diözese Speyer